Friedvolle Elternschaft ohne Machtkämpfe: Warum Erziehung oft nicht funktioniert – Interview mit Ruth Abraham
In diesem Interview spreche ich mit Ruth Abraham – Soziologin, Autorin und Stimme hinter dem „Der Kompass“ sowie dem Podcast „Schrecklich nett“. Ruth beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Frage, wie Elternschaft ohne Druck, Machtkämpfe und ständige Konflikte gelingen kann.
Ihr Weg zu dieser Haltung begann nicht theoretisch, sondern ganz persönlich: Als ihr ältestes Kind in den Kindergarten kam, veränderte es sich zunehmend – wurde still, dann aggressiv und schließlich apathisch. Für Ruth und ihre Familie war das ein Wendepunkt. Sie begannen, grundlegende Fragen zu stellen: Müssen Kinder sich wirklich an Systeme anpassen, auch wenn sie darunter leiden? Und warum erscheint es so selbstverständlich, dass Erwachsene über Kinder bestimmen?
Auf der Suche nach Antworten stieß Ruth unter anderem auf die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Diese Perspektive veränderte ihren Blick auf Beziehungen grundlegend. Sie erkannte, wie stark unser Alltag – auch in liebevollen Familien – von Bewertungen, Erwartungen und subtiler Machtausübung geprägt ist.
Heute vertritt Ruth eine klare Haltung: Sie erzieht ihre Kinder nicht im klassischen Sinne. Stattdessen setzt sie auf Beziehung, Verständnis und echte Verbindung. Für sie bedeutet Erziehung oft gezielte Einflussnahme – mit kurzfristiger Wirkung, aber langfristigen Kosten für die Beziehung. Ihr Ansatz: Kinder nicht formen wollen, sondern sie begleiten. Mit Klarheit, aber ohne Kontrolle.
In diesem Interview teilt Ruth, warum Machtkämpfe im Familienalltag entstehen, weshalb klassische Erziehung häufig nicht nachhaltig funktioniert und wie Eltern neue Wege finden können – hin zu mehr Verbindung, Vertrauen und einem friedvolleren Miteinander.
Dabei wird deutlich: Friedvolle Elternschaft bedeutet nicht, alles laufen zu lassen. Es geht vielmehr darum, Verantwortung neu zu denken, Kinder ernst zu nehmen und Konflikte so zu gestalten, dass sie die Beziehung stärken statt belasten.
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