Wie dein Kind weniger Fehler ❌ macht |
5 Faktoren zum Lernerfolg

Dein Kind verwechselt hĂ€ufig Plus und Minus? Dein Kind schreibt Wörter falsch, die ihr so lange geĂŒbt habt? Dein Kind macht Fehler bei Sachen, die es eigentlich schon kann? 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die DatenschutzerklÀrung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was ist der richtige Umgang mit Fehlern? Das erfÀhrst du in meinem neuen Video oder in diesem Blogpost.

Diese 5 Fakten erleichtern dir und deinem Kind den Umgang mit Fehlern

Fakt 1: Warum Fehler entstehen

Es kann verschiedene Ursachen haben, warum Fehler ĂŒberhaupt entstehen. Die 3 hĂ€ufigsten Ursachen sind:

  • Dein Kind hat den Lerninhalt noch nicht ausreichend gefestigt
  • Dein Kind kann unter Druck (Zeit oder Leistung) das Wissen nicht abrufen
  • Dein Kind hat Schwierigkeiten bei der Konzentration

Fakt 2: Das hilft gegen Fehler

Du kannst nun mal ĂŒberlegen, welche Fehlerursache am ehesten auf dein Kind zutrifft. Was können wir in solchen FĂ€llen tun?

1.

Zuerst einmal mĂŒssen wir sicherstellen, dass dein Kind ausreichend Zeit hat, sich einen Lerninhalt zu erschließen und im LangzeitgedĂ€chtnis abzuspeichern. Mehr dazu findest du im Fakt 4.

Aussagen der Art „Lies nochmal genauer!“ oder „Konzentrier dich doch mal!“ bringen nicht den gewĂŒnschten Erfolg.

2.

Wir mĂŒssen den potenziellen Fehlertyp genau identifizieren. Dann lĂ€sst sich etwas daran Ă€ndern. Es muss fĂŒr dein Kind so spezifisch und greifbar wie möglich sein.

  • verwechselt dein Kind immer Plus und Minus?
  • schreibt dein Kind immer bestimmte Wörter falsch?
  • vergisst dein Kind i-Punkte oder einzelne Buchstaben?

3.

Nachdem du den genauen Fehlertypen gefunden hast, solltest du mit deinem Kind darĂŒber sprechen. Erarbeitet gemeinsam eine Regel, die dein Kind ganz genau verinnerlicht, auch in einer PrĂŒfungssituation abrufen kann und die deinem Kind hilft, sich besser zu konzentrieren.

Entsprechend der Regel kann dein Kind die eigene Leistung kontrollieren. Das ist viel effizienter als „Lies dir ganz genau die Aufgabe durch.“.

Lass uns das an einem Beispiel anschauen

Dein Kind verwechselt hĂ€ufig Plus und Minus? Der Hinweis „Achte genau auf das Zeichen!“ zeigt nicht den gewĂŒnschten Erfolg?

Dann könntest du mit deinem Kind die Regel erarbeiten: Bei Plus ist die Zahl nach dem = immer grĂ¶ĂŸer als die 1. Zahl. Bei Minus ist die Zahl nach dem = immer kleiner als die 1. Zahl. Nach dieser Regel kann dein Kind dann genau die einzelnen Aufgaben kontrollieren. Es ist konkret. „Schau genau hin!“ ist sehr unkonkret.

Weil ich so gern Puzzle hier eine Analogie, die du auch auf dich ĂŒbertragen kannst. Die Aufgabe „Such passende Puzzleteile“ ist sehr unkonkret. Der Hinweis „Suche alle RandstĂŒcke“ ist hingegen sehr konkret und ich kann jedes Puzzle genau danach abscannen. 

Fakt 3: Fehler sind normal

Fehler sind menschlich, normal und okay. Wir sind keine programmierten Roboter. Wir machen alle Fehler. Es ist sogar wichtig, Fehler zu machen.

Denn wie das alte Sprichwort so schön heißt: „Aus Fehlern lernt man.“.  

Da ist was dran. WĂŒrde dein Kind keine Fehler machen, wĂ€re es nicht ausreichend gefordert. Die Aufgabe wĂ€re zu leicht und die Herausforderung, um daran zu wachsen, wĂ€re nicht gegeben. Die Frage ist, wie wir mit den Fehlern umgehen. Doch dazu mehr bei Fakt Nr. 5.

Merke

Kommuniziere deinem Kind immer wieder, wie wichtig Fehler fĂŒr die Lernentwicklung sind. Es muss zur NormalitĂ€t werden, dass Fehler passieren. 

Fakt 4: Unterscheide zwischen Übungs- und PrĂŒfungssituation

Wenn dein Kind ein neues Thema lernt, muss es das erstmal ĂŒben und verinnerlichen. Das braucht Zeit und dabei passieren auch Fehler. Durch die Fehler kann sich dein Kind immer wieder korrigieren und besser werden.

Dabei ist es wichtig, nicht mal heute das und morgen jenes zu ĂŒben. Wenn du in meinem Virtuellen Klassenzimmer bist, dann weißt du, dass dein Kind zum BewĂ€ltigen eines Themas – also eines Meilensteines immer genau die Zeit bekommt, die es dafĂŒr braucht. 

Dabei lernt dein Kind, dass etwas, was erstmal noch schwer und manchmal auch unmöglich erscheint, durch die wiederholte Übung nun leicht und machbar wird. Erst dann sollte dein Kind die Chance haben, in einer PrĂŒfungssituation das Wissen abzurufen und es kann mit dem nĂ€chsten Thema fortfahren. 

Merke

Also denke immer daran, dass dein Kind ausreichend Zeit zum Üben erhĂ€lt.

Fakt 5: Richte deinen Fokus richtig aus

Weißt du, welche Sichtweise mich so richtig stört? Wir sind so auf die Fehler fokussiert. Da bringt dein Kind einen Test nach Hause, hat Lernwörter aufgeschrieben oder Aufgaben gerechnet. Es hat sich angestrengt und MĂŒhe gegeben und was fĂ€llt uns zuerst auf? Was kommunizieren wir zuerst? Die Fehler! Das aber oft ĂŒber 80% richtig gemacht wurde, erhĂ€lt keine oder kaum WĂŒrdigung.

Tipp

Versuche doch mal in Zukunft das zu betonen, was gut funktioniert hat und bringe dafĂŒr deine Begeisterung zum Ausdruck. „Wow, von den 10 Wörtern hast du heute schon 6 richtig geschrieben.“ oder „Diesmal hast du nur zweimal Plus und Minus verwechselt. Wie war nochmal die Regel, an die wir da denken wollen?“


Zusammenfassung - Was ist zu beachten

Fehler sind wichtig  fĂŒr die Lernentwicklung deines Kindes. Sie gehören einfach zum Lernen dazu

Wenn du möchtest, dass dein Kind in Zukunft weniger Fehler macht, identifiziere genau den Fehlerkern und erarbeitet daran eine ganz konkrete Regel, die dein Kind in der jeweiligen Situation abrufen kann.